Checkliste zur Listung von Lebensmitteln im Handel
Bild: Lebensmittelpfad

Lebensmittelherstellung

Teil von Was müssen Hersteller beim Lebensmittelhandel beachten?

Checkliste für den Verkauf von Lebensmitteln an den Handel

Checkliste Verkauf Lebensmittel: alle Unterlagen, Listungsgebühren von 500 bis 5.000 Euro netto, Zahlungsziele sowie Ansprechpartner bei HDE und IHK.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ohne Spezifikation, HACCP-Nachweis und gültiges Zertifikat startet kein Listungsgespräch.
  • Listungsgebühren liegen typisch zwischen 500 und 5.000 Euro netto pro Artikel.
  • Zahlungsziele von 30 bis 60 Tagen netto gehören in die Vorkalkulation.
  • Rückverfolgbarkeit ist nach der Verordnung (EG) Nr. 178/2002 gesetzliche Pflicht.
  • HDE und IHK sind die ersten Ansprechpartner für Standards und Zulassungsfragen.

Vom Produkt zum Listungsgespräch in fünf Schritten

Ein Listungsgespräch scheitert selten am Geschmack. Es scheitert an fehlenden Nachweisen und unklaren Konditionen. Arbeiten Sie die folgenden Punkte vor dem Erstkontakt ab.

Fünf Schritte zum Listungsgespräch

  1. Artikel festlegenGebinde, Preis, Sortiment, Kunde
  2. Dokumentenpaket zusammenstellen und versionieren
  3. Konditionen kalkulierenGebühr, Rückvergütung, Zahlungsziel
  4. Muster und Etikettenentwurf an Einkauf senden
  5. Mit Terminvorschlag für Verkostung nachfassen

Wer im Discount listet, braucht andere Mengen und Verpackungen als im Vollsortiment. Klären Sie das vor der Musteranfrage.

Diese Unterlagen fordert der Einkauf an

Der Einkauf prüft zuerst die Dokumente und danach das Produkt. Ein vollständiges Paket verkürzt die Prüfzeit spürbar.

Diese Unterlagen fordert der Einkauf

  • Produktspezifikation mit Zutaten, Allergenen, Nährwerten, MHD und Verpackungsformat.
  • HACCP-Konzept mit Fließschema, Gefahrenanalyse und kritischen Lenkungspunkten nach der Verordnung (EG) Nr. 852/2004.
  • Gültiges Zertifikat nach IFS Food oder BRCGS.
  • Nachweis der Rückverfolgbarkeit über eine Charge nach der Verordnung (EG) Nr. 178/2002.
  • Preisliste mit Gültigkeitsdatum sowie Liefer- und Verpackungsbedingungen.

Diese Unterlagen fordert der Einkauf

UnterlageFormatWann fällig
SpezifikationPDF, versioniertvor dem Erstgespräch
HACCP-KonzeptFließschema und Analysemit dem Angebot
ZertifikatIFS Food oder BRCGSzum Audit-Termin
RückverfolgbarkeitChargentestauf Anforderung

Listungsgebühren und Zahlungsziele

Für die Listung verlangen Händler eine Gebühr. Üblich sind 500 bis 5.000 Euro netto pro Artikel. Die Höhe hängt von Filialzahl und Aktionsfläche ab. Dazu kommen Werbekostenzuschüsse und Rückvergütungen auf den Umsatz.

Zahlungsziele liegen bei 30 bis 60 Tagen netto. Skonto von zwei Prozent bei zehn Tagen Zahlung ist verhandelbar. Rechnen Sie beides in die Liquiditätsplanung ein.

Beispielrechnung für einen neuen Artikel

  • 2.500Euro nettoListungsgebühr
  • 20.000PackungenAbsatz im ersten Jahr
  • 0,45Euro netto je PackungDeckungsbeitrag
  • 9.000Euro nettoRohertrag
  • 6.500Euro nettoErgebnis nach Listungsgebühr

Bei einem Zahlungsziel von 60 Tagen und einem fakturierten Volumen von 30.000 Euro netto sind rund ein Sechstel davon ständig offen.

Ansprechpartner bei Verbänden und Kammern

Der Handelsverband Deutschland (HDE) vertritt die Handelsseite und veröffentlicht Empfehlungen zu Lieferbedingungen und Datenformaten. Bei Vertrags- und EDI-Fragen führt der Weg über den Verband.

Die Industrie- und Handelskammern beraten zu Betriebszulassung und Exportbescheinigungen. Welche Themen die Kammern bearbeiten, zeigt die Übersicht der Themenfelder des DIHK. Nennen Sie im Erstkontakt Ihre Warengruppe, dann wird die Anfrage schneller zugeordnet.

Typische Schwachstellen im Ablauf

Die meisten Verzögerungen entstehen vor dem Gespräch. Ein abgelaufenes Zertifikat kostet zwei bis vier Wochen. Abweichungen zwischen Spezifikation und Etikett lösen Rückfragen beim Einkauf aus. Fehlt der Chargentest, prüft der Händler die Rückverfolgbarkeit separat.

Legen Sie fest, wer Spezifikation und Zertifikat pflegt. Eine gültige Version je Dokument genügt. Änderungen an Rezeptur oder Verpackung melden Sie vor dem Versand an den Handel.

Häufige Fragen

Welche Unterlagen sind für die Listung zwingend?

Spezifikation, HACCP-Konzept, gültiges Zertifikat, Nachweis der Rückverfolgbarkeit und Preisliste. Ohne Zertifikat listen Discounter in der Regel nicht.

Was kostet eine Listung?

Typisch 500 bis 5.000 Euro netto pro Artikel. Hinzu kommen Werbekostenzuschüsse und Rückvergütungen auf den Umsatz.

Welches Zahlungsziel ist üblich?

30 bis 60 Tage netto. Skonto von zwei Prozent bei zehn Tagen Zahlung ist verhandelbar.

An wen wende ich mich bei Zulassung und Vertragsfragen?

An den HDE für Handelsstandards, an die IHK vor Ort für Zulassung und Export.

Reicht ein HACCP-Konzept ohne Zertifikat?

Bei kleinen Lieferanten und Handwerksbetrieben oft ja, im Discount und bei großen Ketten nein. Prüfen Sie die Lieferantenanforderungen des Zielkunden vorab.

Mehr aus Lebensmittelherstellung